Ballsaal in der Lolita Bar

Was motiviert mich, über ein mögliches Kirchengründungsprojekt in Kassel nachzudenken? Wie schon unter „Über mich und diese Site“ beschrieben, bin ich auf der Suche nach einer neuen „postevangelikalen“ oder „progressiven“ Kirchenform. Und irgendwie habe ich im Großraum Kassel noch keine Alternative gefunden, die für mich in Frage kommt.

Bevor ich nun die Hände in den Schoß lege und Trübsal blase, will ich erkunden, was in Kassel in Sachen Kirchen-Startup möglich ist.

Zurzeit bin ich (mal etwas mehr, mal etwas weniger) dabei, Kontakte zu knüpfen. Netzwerken macht echt Spaß. Mich reizt das Neue. Und mit anderen darüber ins Gespräch zu kommen. Dieses Entrepreneur-Ding hat mich schon immer angefixt.

Den Gedanken, noch einmal auf der grünen Wiese zu beginnen und Kirche noch einmal ganz neu zu denken, ohne das Ganze gleich mit einem hauptamtlichen Pastor und einer Immobilie zu verknüpfen, finde ich extrem spannend.

An für sich bin ich ein sehr autonomer Mensch und benötige nicht viele Beziehungen. Heutzutage gibt es zahlreiche richtig gute digitale Angebote und Anlaufstellen. Auch im christlich-religiösen Kontext. Podcasts und Livestreams bis zum Abwinken. Soziale Netzwerkaktivitäten bis der Arzt kommt. All das genieße ich in vollen Zügen.

Dennoch sehne ich mich danach, meinen Glauben zu teilen und Teil einer christlichen Community zu sein.

Und das bedeutet für mich nicht nur einen schicken Gottesdienst zu feiern. Auch hier sehe ich mit einem neuen Projekt eine wahnsinnige Möglichkeit, sich noch einmal grundsätzlich über Gemeinschaft, Spiritualität und Organisation Gedanken zu machen.

Ich träume von einem Zusammensein, bei dem die Liebe, Gnade und Barmherzigkeit Jesu sichtbar, spürbar und erfahrbar werden. Und ich träume von einem wertschätzenden Zusammensein.

Als Jugendlicher, der im Teenie-Blues versunken war, forderte mich unser Jugendpastor heraus, mich aktiv in der Jugendgruppe und -gottesdiensten zu engagieren. Er begleitete mich damals optimal und gab mir dieses Gefühl, wichtig, gebraucht und wertvoll zu sein. „Gefühle, die wo man schwer beschreiben kann“, wie einst Jürgen Klinsmann sagte, bringt es ganz gut auf den Punkt. Das ist jetzt an für sich nichts originelles oder der Grund schlechthin, um ein neues Kirchenprojekt zu starten. Aber das möchte ich auch in einem neuen Setting unbedingt leben und erfahren. Kirche kann eine ganz besondere Oase der Wertschätzung sein. An einem solchen Ort können sich Menschen entfalten und zu Teilhaber:innen werden.

Was mich nicht treibt, ist ein missionarischer Zwang, andere zu „Christenmenschen“ zu machen.

Ich bin total von Jesus überzeugt. Er ist mein Vorbild, an dessen Worten und Taten ich mein Leben ausrichte. Als Kirche möchte ich gerne Jesus-mäßig inspirierend sein. Aber mir geht es nicht um ein Bekenntnis oder eine unbedingte Lebensübergabe an diesen Jesus, um dann Teil von etwas größerem im Dies- und Jenseits sein zu können.

Vielleicht ist dir das zu wenig oder gar zu ungeistlich? Aber „that’s me“. Ich will hier authentisch sein und keinen raushängen lassen, der ich nicht bin.

Zum Abschluss: Ich bin zwar der Meinung, dass Kassel durchaus noch das eine und andere Kirchen-Startup vertragen kann. Aber genauso wichtig erachte ich jede bestehende Kirchengemeinde. Keinesfalls geht es darum, sich abzuheben.

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